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Falzarten: Jede Falzart für den Druck erklärt

Meistern Sie jede Papierfalzart im kommerziellen Druck. Erfahren Sie alles über Einfachfalz, Wickelfalz, Zickzackfalz, Altarfalz, Rollfalz, Französischen Falz, Landkartenfalz und mehr – mit Feldzahlen, Größenregeln und Ausschießungstipps.

PDF Press Team
14 min read·12. März 2026

Warum Falzarten in der Druckproduktion wichtig sind

Jede Broschüre, jeder Mailer, jede Grußkarte und jede Landkarte, die Sie jemals in der Hand hielten, wurde um ein bestimmtes Falzschema herum gestaltet – eine präzise Abfolge von Falzen, die einen flachen bedruckten Bogen in ein fertiges Produkt mit einer definierten Anzahl von Feldern, einer kontrollierten Lesereihenfolge und einem vorhersehbaren Endformat verwandelt.

Falzen ist nicht nur ein Weiterverarbeitungsvorgang. Es ist eine Designeinschränkung, die die Feldzahl, Feldbreiten, Laufrichtung, Papiergewichtsgrenzen und das Ausschießungslayout auf dem Druckbogen bestimmt.

Dieser Leitfaden behandelt jedes Falzschema, das Sie in der professionellen Druckproduktion antreffen werden.

Visuelle Übersicht von zehn gängigen Papierfalzarten einschließlich Einfachfalz, Wickelfalz, Zickzackfalz, Altarfalz, Rollfalz, Französischer Falz, Landkartenfalz, Parallelfalz, Rechtwinkliger Falz und Kreuzfalz mit Feldnummerierung

Einfachfalz (Einzelfalz)

Der Einfachfalz ist das einfachste und häufigste Falzschema. Ein einzelner Falz in der Bogenmitte erzeugt zwei Felder pro Seite, insgesamt vier Felder.

Feldzahl: 4 (2 pro Seite)

Feldgrößen: Beide Felder gleich breit. Für A4 (210 × 297 mm) ergibt sich ein Endformat von 148,5 × 210 mm.

Gängige Produkte: Grußkarten, einfache Menüs, Gemeindebriefe, Rückstichheftungs-Broschürenumschläge.

Ausschießungshinweise: Grundlage der Broschüren-Ausschießung. Beim Zusammenstellen auf dem Druckbogen sicherstellen, dass die Falzrichtung mit der Papierlaufrichtung übereinstimmt.

Laufrichtung: Falz parallel zur Laufrichtung. Querfalz auf schwerem Material (über 170 g/m²) führt zu Bruch.

Rillregel: Material über ca. 170 g/m² vor dem Falzen rillen. Bei gestrichenem Material ab ca. 130 g/m².

Wickelfalz (Leporello / C-Falz)

Der Wickelfalz, auch Leporellofalz oder C-Falz genannt, ist das beliebteste Falzschema für Broschüren. Zwei parallele Falze teilen den Bogen in drei Felder pro Seite, insgesamt sechs Felder.

Feldzahl: 6 (3 pro Seite)

Feldgrößenregeln (kritisch): Die drei Felder sind nicht gleich breit. Das zuerst einfaltende Feld (die Innenklappe) muss ca. 1,5–3 mm schmaler sein als die anderen beiden. Ohne diese Breitendifferenz wölbt sich das Stück und liegt nicht flach.

Gängige Produkte: Marketingbroschüren, Restaurantmenüs, Touristenprospekte, Selbstmailer, Produktdatenblätter.

Ausschießungshinweise: Die Falzlinien müssen exakt auf den korrekten Feldbreiten liegen – nicht auf gleichen Dritteln. In PDF Press die Feldbreiten in der Vorschau überprüfen.

Zickzackfalz (Leporello-/Ziehharmonikafalz)

Der Zickzackfalz erzeugt drei Felder gleicher Breite durch Falzen in abwechselnden Richtungen – der erste Falz geht nach vorne, der zweite nach hinten, was eine Z-Form ergibt. Insgesamt sechs Felder.

Feldzahl: 6 (3 pro Seite)

Feldgrößen: Alle drei Felder exakt gleich breit.

Hauptunterschied zum Wickelfalz: Der Zickzackfalz lässt sich in einer Bewegung vollständig flach aufklappen. Ideal für Inhalte, die als breite Gesamtansicht gelesen werden sollen – Karten, Zeitachsen, Vergleichstabellen.

Gängige Produkte: Direktmailings, Veranstaltungsprogramme, pharmazeutische Beipackzettel, Zeitachsendarstellungen.

Erweiterte Leporellofalze: Das Prinzip kann auf 4, 5, 6 oder mehr Felder erweitert werden. Entscheidend ist, dass alle Falzlinien präzise parallel und gleichmäßig beabstandet sind.

Altarfalz (offener und geschlossener Altarfalz)

Der Altarfalz ist ein wirkungsvolles Falzschema, bei dem die beiden äußeren Felder nach innen falzen und sich in der Mitte treffen (oder fast treffen), wie Flügeltüren.

Offener Altarfalz: 4 Felder pro Seite, 8 insgesamt. Endbreite ist die halbe Flachbogenbreite.

Geschlossener Altarfalz: Der offene Altarfalz wird zusätzlich in der Mitte gefalzt. Endbreite ein Viertel der Flachbogenbreite.

Feldgrößenregeln (kritisch): Die beiden Klappenfelder müssen jeweils ca. 1–2 mm schmaler als ein Viertel der Flachbogenbreite sein.

Gängige Produkte: Premium-Firmenbroschüren, Immobilienpräsentationen, Automobil-Broschüren, Magazin-Einklapper.

Papiergewicht: Material über 130 g/m² erzeugt sichtbare Materialstärke in der Mitte. Viele Altarfalz-Broschüren verwenden leichteres Material (100–120 g/m²).

Rollfalz (Zylinderfalz)

Beim Rollfalz werden vier oder mehr Felder progressiv nach innen gewickelt. Im Gegensatz zum Zickzackfalz wird immer in dieselbe Richtung gefalzt. Standard-Rollfalz: 8 Felder.

Feldgrößenregeln (kritisch): Jedes nach innen wickelnde Feld muss progressiv schmaler sein als das äußere Feld. Die Größenreduzierung pro Feld beträgt typisch 1,5–3 mm.

Gängige Produkte: Kompakte Informationsstücke, pharmazeutische Beipackzettel, Reiseführer, Gebrauchsanweisungen.

Ausschießungshinweise: Kein Feld hat dieselbe Breite. Jede Falzlinie muss an einer bestimmten Position platziert werden, die die kumulative Reduzierung berücksichtigt.

Französischer Falz (Rechtwinkliger Falz)

Der Französische Falz ist ein zweistufiges Schema: Der Bogen wird erst in eine Richtung halbiert, dann senkrecht dazu noch einmal halbiert. Er erzeugt vier sichtbare Felder bei nur einseitigem Druck.

Feldgrößen: Alle vier Felder gleich groß. Endformat ist ein Viertel der Flachbogenfläche.

Kostenvorteil: Einseitiger Druck ist deutlich günstiger als beidseitiger. Auf Offsetdruckmaschinen halbiert sich die Pressenzeit nahezu.

Gängige Produkte: Grußkarten, Einladungen, Veranstaltungsprogramme, Kunstdruckankündigungen.

Ausschießungshinweise: Feld 4 druckt auf dem Kopf stehend relativ zu Feld 1 auf dem Flachbogen. Das ist korrekt und essenziell. Immer ein Probedruck falzen.

Papiergewicht: Leichtere Materialien (80–120 g/m²) funktionieren am besten, da zwei senkrechte Falze vier Lagen an der Ecke erzeugen.

Landkartenfalz (Kombinationsfalz)

Der Landkartenfalz kombiniert zwei oder mehr Falze in verschiedenen Richtungen. Typisch: Leporellofalze in einer Richtung und Einfachfalze senkrecht dazu. Erzeugt 8, 12, 16 oder mehr Felder.

Gängige Produkte: Straßenkarten, Wanderkarten, Großformat-Informationsanzeigen, Touristenführer, Spielanleitungen.

Ausschießungshinweise: Landkartenfalze gehören zu den komplexesten Falzarten für die Ausschießung. Die einzig zuverlässige Methode ist, einen Dummy physisch zu falzen mit Feldnummern auf jeder Fläche.

Papiergewicht: Nicht über 100 g/m² für mehr als 8 Felder. Leichtere Materialien (60–80 g/m²) bevorzugt. Alle Falzlinien über 90 g/m² rillen.

Parallelfalz (Doppelparallelfalz)

Der Doppelparallelfalz erzeugt vier Felder durch zwei parallele Falze in derselben Richtung. 8 Felder gesamt.

Feldgrößen: Das innerste Feld ca. 1–2 mm schmaler als die anderen.

Gängige Produkte: Kompaktbroschüren, Rechnungsbeilagen, AGB-Beilagen, pharmazeutische Patienteninformationen.

Ausschießungshinweise: Oft mit dem Rollfalz verwechselt, aber die Falzsequenz unterscheidet sich. Beim Parallelfalz falzen beide Außenfelder gleichzeitig nach innen. Immer spezifizieren: 'Doppelparallelfalz" vs. 'Rollfalz".

Kreuzfalz und rechtwinkliger Falz

Ein Kreuzfalz ist jeder Falz, bei dem ein nachfolgender Falz senkrecht zum vorherigen erfolgt. Dies ist das Prinzip hinter der Falzbogenproduktion für Bücher.

Feldzahl: Verdoppelt sich mit jedem Falz. Ein Falz = 4 Felder. Zwei Kreuzfalze = 8 Felder. Drei = 16 Felder. Vier = 32 Felder.

Falzbogenproduktion: Ein Standard-16-Seiten-Falzbogen erhält drei rechtwinklige Falze. Das Ausschießungs-Tool von PDF Press handhabt die gängigsten Kreuzfalz-Falzbogen (4, 8, 16 Seiten) automatisch.

Bundzuwachs: Bei Kreuzfalz-Falzbogen ragen die inneren Seiten leicht über die äußeren hinaus. Bundzuwachskompensation (auch Shingling genannt) muss bei der Ausschießung angewendet werden. PDF Press berücksichtigt den Bundzuwachs automatisch bei der Broschüren-Ausschießung.

Spezialfalze: Technische, Stanzrillungs- und exotische Schemata

Tischaufsteller / Zeltfalz: Einzelfalz, bei dem der Bogen nicht flach gefalzt, sondern als umgekehrtes V stehend gelassen wird. Typisch für Restauranttischaufsteller.

Eisernes Kreuz (Altarfalz in vier Richtungen): Alle vier Bogenkanten falzen nach innen zur Mitte. Erfordert Stanzrillung und ist fast immer handgefalzt.

Stufenfalz: Mehrere Parallelfalze, bei denen jeder Falz versetzt ist, wodurch Felder unterschiedlicher Breite als Stufen oder Reiter sichtbar werden.

Ausklapper: Ein einzelnes großes Feld, das an eine kleinere Broschüre angeheftet und nach innen gefalzt ist.

Stanzgerillt: Für sehr schweres Material (über 300 g/m²), Wellpappe oder Kunststoffplatten. Verpackungen (Faltschachteln, Kartons) basieren vollständig auf Stanzrillungen.

Die richtige Falzart für Ihr Projekt wählen

Wie viele Inhaltsfelder brauchen Sie?

  • 4 Felder: Einfachfalz oder Französischer Falz
  • 6 Felder: Wickelfalz oder Zickzackfalz
  • 8 Felder: Rollfalz, Parallelfalz, Altarfalz oder einfacher Kreuzfalz
  • 12+ Felder: Landkartenfalz, erweiterter Leporello oder mehrfache Kreuzfalze

Muss es in einen Umschlag passen?

  • DL-Umschlag (110 × 220 mm): Wickelfalz oder Zickzackfalz auf A4
  • C5-Umschlag (162 × 229 mm): Einfachfalz auf A4 oder Zickzackfalz auf A4

Soll es flach aufklappen? Zickzack- oder Leporellofalz wählen.

Brauchen Sie einen dramatischen Enthüllungseffekt? Altarfalz wählen.

Drucken Sie nur einseitig? Französischer Falz wählen.

Papiergewicht und Materialstärke: Je mehr Falze und je schwerer das Material, desto dicker das Endprodukt. Lagenzahl mal Papierdicke unter 3 mm halten für versandfähige Stücke.

Falzschemata in der Ausschießungssoftware einrichten

Moderne Ausschießungssoftware wie PDF Press handhabt die mathematische Komplexität von Falzschemata, aber Sie müssen die Prinzipien verstehen, um Aufträge korrekt einzurichten.

Broschüren-Ausschießung (Kreuzfalze): Verwenden Sie das Broschüren-Tool von PDF Press für rückstichheftende und klebebindende Produkte. Bindungsart, Seitenzahl pro Falzbogen wählen – Seiten werden automatisch in korrekter Kreuzfalz-Reihenfolge mit Bundzuwachskompensation angeordnet.

Nutzen mit Falzen-und-Schneiden: Beim Raster- oder Nutzen-Tool sicherstellen, dass Falzlinien benachbarter Stücke übereinstimmen.

Feldbreitenprüfung: Nach dem Ausschießen die Feldbreiten in der Vorschau messen. Selbst 1 mm Fehler kann zu Falzproblemen bei Produktionsgeschwindigkeit führen.

Rilllinien und Falzmarken: Schnittmarken in PDF Press aktivieren, um Falzlinien-Indikatoren hinzuzufügen.

Laufrichtungsnotation: Immer Laufrichtung auf dem Auftragsbeutel vermerken. 'SL" für Schmalbahn-Lang, 'BL" für Breitbahn-Lang.

Testfalzung: Vor der Freigabe immer einen Vollformat-Proof drucken und physisch falzen. Prüfen: (1) Alle Felder in korrekter Lesereihenfolge, (2) kein Inhalt wird am Falz abgeschnitten, (3) Feldübergreifende Bilder stimmen an den Falzlinien überein, (4) das Stück passt in den vorgesehenen Umschlag, (5) das Material falzt sauber ohne Bruch.

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